Nebel und Wal

Der heutige Tag begann ganz ausgezeichnet: Ein freundlich bedeckter Himmel, Halbwindkurs und recht glattes Wasser begleiteten uns auf der Fahrt über den Gulf of Maine. Nur ein Problem hatten wir zwischenzeitlich: Die Spaniel konnten wir seit dem Start gestern Abend noch nicht so recht überholen…

Viele andere Schiffe, darunter die Rona II und die Vahine sind achteraus, wie der Roundcall heute Mittag ergab. Man tut hier an Bord, was man kann. Besonders kulinarisch sind wir sehr performant unterwegs, was auch an der Permanentsmutin Anna liegen könnte, die einstimmig zum Weiterkochen bis zur Ziellinie ermuntert wurde.
Am Vormittag kam wie aus dem Nichts dichter Nebel auf, sodass einige bange Stunden anstanden, in denen wir die Feinde nicht im Blick haben konnten. Aber immerhin frischte auch der Wind auf, sodass wir öfter mal eine 10 auf der Logge hatten. Ähnliche Zahlen stehen mittlerweile auch auf der Anzeige der Wassertemperatur. Man merkt nicht nur an der neuen Gastlandsflagge, dass wir uns Kanada nähern…
Kurz vorm mittäglichen Wachwechsel war der Nebel dann genau so plötzlich, wie er gekommen war, auch wieder verschwunden.
Zum Mittag gab es feinen Wal. Natürlich nicht in der Mugg, sondern nebenan, im Atlantik. Ein paar Mal kam der Blas zum Vorschein und dann tauchte das Vieh wieder ab in die atlantischen Tiefen, wobei es elegant seine Fluke empor streckte. Wir warten gespannt auf weitere Ereignisse dieser Art.
Nun wurde gerade von Klüver I auf II gewechselt, es bahnt sich neuer Nebel an (oder besser „Nebelfinger“, wie sie an Deck genannt werden) und die Wassertemperatur sinkt gerade vor meinen Augen auf erfrischende 8,9 Grad.
Heute Nacht werden wir aller Voraussicht nach unseren Wegpunkt an der Südküste von Nova Scotia erreichen und dann fallen wir ab und brettern die Küste hoch.

Schöne Grüße für die Crew, Karin

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